Kinder und Jugendliche

Plötzlich ist alles anders…

Ist jemand gestorben, der dir wichtig war? Bist du deswegen traurig, besorgt oder wütend? Fühlst du dich allein gelassen? Versteht niemand, wie es in dir aussieht? Möchtest du andere treffen, denen es ähnlich geht wie dir?

Bei „diesseits“ findest du…
… Menschen, die dir helfen können, deine Gefühle zu verstehen und auszudrücken
… Gleichaltrige, die auch jemanden verloren haben
… Wege zurück ins Diesseits!

Wir möchten…
… dich mit Gleichaltrigen zusammenbringen, die auch jemanden verloren haben,
… dir verschiedene Möglichkeiten anbieten, deinem Schmerz Ausdruck zu geben,
… dir Gesprächspartner sein,
… dir zeigen, dass du nicht alleine bist.

Bei uns kannst du fröhlich und traurig, heiter und ernst, gelassen und wütend sein. Wir spielen, reden, basteln, singen, toben, lesen, lachen und weinen gemeinsam. Wir sind für dich da!

Trauergruppe für Kinder

Für Schulkinder bis etwa 12 Jahre bieten wir offene Gruppentreffen an. Bis zu 12 Kinder können daran teilnehmen. Eine hauptamtliche und zwei ehrenamtliche Mitarbeiterinnen leiten die Gruppe an.

Wir treffen uns jeden 1. Mittwoch im Monat von 17.00 – 18.30 Uhr, außer in den Schulferien und an Feiertagen. Nach einem Vorgespräch, das Maria Pirch mit deinen Eltern führt, kannst du in der Kindergruppe mitmachen.

Parallel zur Kindergruppe können sich die Väter und Mütter in einem Nebenraum treffen und austauschen. Auch dieser Gesprächskreis wird von einer erfahrenen Trauerbegleiterin angeleitet.


Buchempfehlungen
Zum Thema Tod und Trauer können wir für Kinder diese Bücher empfehlen.


Telefon-Sprechstunde für Jugendliche

Selbstverständlich können sich auch Jugendliche an uns wenden. Wer im Jugendalter ist und um einen lieben Menschen trauert, möchte eher nicht in einer Gruppe darüber sprechen. Deshalb gibt es unsere monatliche Sprechstunde. Per Telefon geben wir hier Rat und Hilfe.

Termin: telefonisch an jedem 4. Mittwoch im Monat (außer in den Schulferien und an Feiertagen) von 17.00 – 18.00 Uhr unter der Mobilnummer 0176 206 145 30.

Auch Eltern oder Erzieher können die telefonische Sprechstunde nutzen, um diese und andere Fragen zu besprechen: Wer sind die Menschen, die bei „diesseits“ mitarbeiten? Können wir unser Kind der „diesseits“-Trauergruppe anvertrauen? Was genau wird in der Trauergruppe gemacht?

Buchempfehlungen
Zum Thema Tod und Trauer können wir Jugendlichen diese Bücher empfehlen.

Tiergestützte Angebote

Einigen Kindern aus unseren Gruppen machen wir mit dem Reitprojekt ein besonderes Angebot. Über die heilpädagogische Förderung auf dem Pferd erfahren sie eine ganzheitliche Form derTrauerbegleitung. Körperliche Nähe, Geborgenheit im Trauerschmerz und der Beziehungsaufbau zum Pferd erlauben es dem Kind, die traurige Welt wieder lebenswert empfinden und aus ihr heraustreten zu können. Die Kinder reiten bei Kristina Wisgens in Aachen sowie Irene Jacobs in Stolberg („Kids auf Trab“).

Für Kinder im Vorschulalter gibt es die Möglichkeit der hundegestützten Trauerarbeit. Durch die Arbeit mit dem Hund und im Spiel mit dem Hund erfahren die Kinder wieder neues Zutrauen und können Nähe spüren. Sie haben die Chance, sich selbst wieder gelöster und freier, ein Stück fröhlicher zu erleben und manches Gefühl kann wieder aufbrechen. Unsere Kooperationspartnerin in diesem Bereich ist die Therapiehundeführerin Christiane Stens.

Den Großteil der Kosten für die tiergestützte Trauerarbeit übernimmt unser Freundeskreis für Trauerarbeit.

Für trauernde Kinder und Jugendliche engagieren sich

Maria Pirch, Gemeindereferentin in der Pfarre Franziska von Aachen und hauptamtliche Projektleiterin von „diesseits“

Judith Plettenberg, Medizinstudentin und Kinderkrankenpflegerin im Klinikum Aachen: „Ich engagiere mich für das Kinder- und Jugendtrauerprojekt, weil ich durch meinen behinderten Bruder im Familien- und Bekanntenkreis feststellen kann, wie früh Trauer anfängt und wie unterschiedlich die Menschen trauern. Ich denke, dass es gerade für Kinder und Jugendliche wichtig ist, dass sie dafür einen geschützten Raum finden.“

Theresa Kranz:
„Zu allen Zeiten unseres Lebens sind Wegbegleiter an unserer Seite wichtig. Nicht zuletzt auch und gerade in den schwierigen Zeiten unseres Lebens, wie in Zeiten der Trauer.
Als aufmerksame Zuhörerin möchte ich die Kinder in der Trauergruppe gerne begleiten und sie durch den Erfahrungsaustausch mit anderen ermutigen, ihr verändertes Leben anzunehmen und zu gestalten.“

Sylvia Plettenberg, Verwaltungsangestellte: „Ich engagiere mich für diesseits aufgrund meiner eigenen Lebensgeschichte. Mein Vater starb, als ich 11 Jahre alt war. Ich weiß, wie wichtig es ist, Kinder in ihrer Trauer ernst zu nehmen. Ein geschützter Raum zum Erzählen mit anderen in der gleichen Lebenssituation kann Kinder ermutigen, die Trauer als einen Teil ihres Lebens zu akzeptieren.”

Linda Becker: „Alles kommt und geht, was bleibt sind die Erinnerungen. Da ich meine Mutter leider auch schon früh verloren habe, weiß ich, dass es nicht einfach ist, mit dem Tod umzugehen und wie wichtig es ist, die verlorenen Menschen in Erinnerung weiterleben zu lassen. Trauer ist ein wichtiger Bestandteil, der dazu beiträgt, dass wir die Menschen in liebevoller Erinnerung behalten. Ich möchte als aufmerksame Zuhörerin den Kindern Raum und Zeit geben, zu trauern und die damit einhergehenden Erinnerungen für sich festzuhalten. 

Josette Rekitt, Rentnerin

Luisa Kolkenbrock, Sozialarbeiterin: Durch den Tod einer geliebten Person ist nichts mehr so wie es vorher war. Ich möchte die Trauernden darin unterstützen die Verstorbenen in Erinnerung zu behalten und zu lernen mit dem Verlust zu leben. Kreative Ansätze zu finden ist mir dabei besonders wichtig, da alle Trauernden individuelle Wege gehen. Fest steht für mich jedoch: „Trauern ist die Lösung, nicht das Problem.“ (Chris Paul)

Esther Mann: „Unverarbeitete und zugedeckte Trauer kann ein großes Hindernis für ein gesundes Heranwachsen und Aufblühen von Kindern darstellen.“ Mit dieser Erfahrung war ich, in meiner Zeit als Entwicklungshelferin, leider häufig konfrontiert. Deshalb ist es mir zum Herzensanliegen geworden, Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg in der Verarbeitung von Verlusterfahrungen zu begleiten, ihnen Mut zuzusprechen und einen Raum zu bieten, in dem sie sich sicher genug fühlen, über ihre Erfahrungen und Gefühle offen und ehrlich zu sprechen, wenn sie dies möchten. Ich bin dankbar einen Ort mitgestalten zu dürfen, an dem sie auf andere Gleichaltrige mit ähnlichen Erfahrungen treffen.

Mein Name ist Lea

Ich bin ein Labrador Retriever und komme gerne mit Judith zur Kindertrauergruppe, denn ich mag es sehr gestreichelt zu werden. Während der Gruppenstunde liege ich ganz lieb auf meiner Decke und warte darauf, ob jemand von mir getröstet werden möchte. Das kann ich richtig gut!